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Stories | Rising Star: Marie

Rising Star: Marie

Mit 14 Jahren in der Hamburger Innenstadt vom Chef einer großen Modelagentur entdeckt, arbeitet Marie von den Benken heute nicht nur als Model, sondern auch als erfolgreiche Autorin, Influencerin und Bloggerin. Höchste Zeit ein wenig mehr über die hübsche Hamburgerin zu erfahren!

Beschreibe Deinen persönlichen Style…
Style ist für mich weniger eine Kategorie, sondern mehr ein Gefühl. Ich esse nicht jeden Tag das selbe, also kleide ich mich auch nicht nach einem vordefinierten Muster. Das hat auch nichts damit zu tun, dass ich besonders „crazy“ oder „unangepasst“ wirken möchte. Es ist einfach meine Art zu leben. Ich versuche, mich so wenig wie möglich zu verbiegen und Konventionen zu gehorchen, nur weil sie einfach so da sind. Wenn ich Lust auf leger habe, trage ich leger. Wenn ich Lust auf Hochglanz habe, trage ich Haute-Couture. Und klar, so kommt es vor, dass ich im Hoodie im der Pariser Oper sitze oder mit dem kleinen Schwarzen zum Bäcker gehe – aber das ist für mich okay. Jeder sollte so leben, wie er sich am wohlsten fühlt. Mal klassisch, mal sportlich-cool, mal romantisch – modisch lasse ich mich nicht gerne festlegen. Kleidung ist für mich mehr als Stoff, der dafür sorgt, dass man nicht nackt durch die Stadt laufen muss. Es ist ein Ausdruck meiner Stimmung und auch meiner Werte. Ich achte beispielsweise sehr darauf, tierfreundliche Mode zu tragen. Ich mag Stilbrüche, die machen das Outfit erst besonders. Oft hat mein Stil einen Einschlag der 80er Jahre. Hey, ich bin 1989 geboren. Ich bin also noch ganz knapp ein „Made In The 80´s“-Girl.

Was ist Dein absolutes Lieblingsteil in Deinem Kleiderschrank? 
Ich habe über die Jahre viele sehr coole Teile angehäuft. Viel zu viele. Ich muss mich mehrfach im Jahr schmerzhaft von vielen Stücken trennen, weil ich sonst 500qm mehr für Ankleidezimmer benötigen würde. Und wer kann sich in einer Stadt wie Hamburg das schon leisten? Wenn ich mich aber hier auf ein Teil festlegen müsste, dann wäre das seine schwarze Kunstlederjacke im Bikerstyle. Die passt einfach zu allem. Zur Jeans, zum Kapuzenpullover, zu Hot Pants, zum Abendkleid. Sie lässt das Outfit direkt lässig und damit unaufdringlich wirken.

Und was Dein Must-have für diese Saison? 
Ich liebe Wide-Leg-Pants. Die sind momentan zum Glück wieder fast überall zu haben. Vermutlich sind sie dieses Jahr so was wie ein Trend. Unabhängig davon, ob sie aktuell wieder für eine Saison durch die Fashion-Editorials der Modemagazine gereicht werden: Sie sind immer superkomfortabel und wirken dennoch besonders. Meine derzeitige Lieblingsjeans hat eine hohe Taille und ich kombiniere sie am liebsten mit einem schmal geschnittenen Oberteil  - im Sommer am besten mit Spitze. Oh. Ich bin jetzt eine Modebloggerin geworden, merke ich gerade.

Hast Du je Styling-Tipps von Deinen Eltern bekommen? 
Also da waren meine Eltern sehr konservativ, um nicht zu sagen spießig unterwegs (sorry Mama: wenn Du das liest – das hat sich alles der Typ ausgedacht, der mich hier interviewt!). Ich konnte früh die Klassiker auswendig. Es ging weniger um die Styles, sondern um die Funktionen von Mode. Ich kann also Lieder singen von all den Sätzen, mit denen junge Mädchen seit Generationen davon abgehalten werden, Sexieness mit zu viel nackter Haut zu verwechseln: „Halte deine Nieren warm, sonst bekommst du eine Blasenentzündung.“ Aber es waren auch richtig gute Ratschläge dabei. Mein Vater hat oft ratlos auf meine Kleiderwahl und -Kombination geschaut, aber letztendlich sagte er immer: „Zieh dich so an, dass du deine Persönlichkeit unterstreichst und verkleide dich nicht.“ Das hat mich geprägt. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, haben meine Eltern auch immer viel Wert darauf gelegt, mir das Zusammenspiel von Qualität und Preis, aber gleichzeitig auch von Markenimage und Preis deutlich zu machen. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich mir anhören musste, dass etwas nicht besser ist, weil es besonders teuer oder von einer bestimmten Marke ist. Mit 12 Jahren findet man das nervig. Später merkt man dann, dass sie Recht hatten. Das ist wahrscheinlich bei ganz vielen Dingen im Leben so. Auch in der Mode. Am meisten haben meine Eltern mich aber nicht mit wertvollen Ratschlägen, sondern indirekt beeinflusst. Mein Papa hatte früher lange Haare, beide trugen gerne Schlaghosen und sehen auf alten Familienfotos aus wie klassische Hippies. Man hört direkt von irgendwo „When Youre Going To San Francisco“, wenn man sie anschaut. Meine Mutter ist eine wunderschöne Frau und ich habe das riesige Glück, dass sie mir einige Originalteile aus den 80ern überlassen hat. Na ja, einige haben auch aus unerklärlichen Gründen irgendwie auf Umwegen ihren Weg aus ihrem in meinen Schrank gefunden. Ich hüte sie wie einen Schatz. Wahrscheinlich sind sogar die langen glatten Haare und der Mittelscheitel, den ich am liebsten trage, Reliquien des Einflusses meiner Mama.

Die Bench #LoveMyHood Kampagnen fokussieren auf städtische Nachbarschaften und die kreativen Leute die dort anzutreffen sind. Wo ist Deine Hood? 
Hamburg Uhlenhorst.

Was liebst Du am meisten an Deiner Hood? 
Hamburg ist, vor allem um die Schwanenwik, den Hofweg und den Feenteich, irgendwie architektonisch klassisch und modern zugleich. Es ist eine Welt, die mir oft viel zu klein und verstaubt vorkommt, und dann doch wieder als das schönste Stückchen Erde. Vor allem, wenn ich lange nicht dort war. Es prallen aber nicht nur architektonisch Welten aufeinander. In diesem Viertel leben alte hanseatische Familien in ihren City-Häusern mit Alsterblick, die auch innen noch aussehen wie 1920. Sie fahren mit alten Rolls Royce oder Jaguars schleichend durch die Straßen und tragen Karo-Sakkos und Burberry-Mäntel, die zuletzt in den 60ern modern waren. Und hinter ihnen fährt dann ein Elektrosportwagen mit dem Gründer eines erfolgreichen StartUps, der seinen Laden gerade für 50 Millionen an irgendeinen Konzern verkauft hat und jetzt erst mal ein Jahr surfen geht. So ist das auf der Uhlenhorst. Jedenfalls auf meiner. 

Wo befindet sich Dein Lieblingsort, und macht ihn speziell für Dich? 
Keine 200 Meter von meiner Wohnung ist das Literaturhaus-Café. Dort könnte ich den Rest meines Lebens bei fantastischen Kaffee und grandiosem Frühstück verbringen und schreiben und lesen. Das wäre cool ... als Model könnte ich dann sowieso nicht mehr arbeiten, weil ich jeden Tag 2 Kilo zunehmen würde. Wenn ich in Hamburg bin, kann man mich zumindest sonntags mit ziemlicher Sicherheit dort antreffen. Sprecht mich ruhig an. Wir machen dann ein Selfie und ich erkläre Euch, warum Bücher zu lesen wichtiger ist, als Designerklamotten zu tragen.

Welches Wort beschreibt Deine Hood am Besten? 
Parallelwelten.

Ihr wollt noch mehr Details aus dem spannenden Leben von Marie? Folgt ihr auf Instagram und Twitter und lasst euch von ihrem Blog marievdb.de inspirieren. 

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